Wickel und Kompressen

 

 

 

Heilpflanzen

 

 

Auf dieser Seite finden Sie Monographien von Heilpflanzen, die einen speziellen Bezug zu Wickeln und Kompressen haben. Sie finden bei jeder Heilpflanzenbeschreibung auch die Dosierungen für äußere Anwendungen. Den dazu passenden Wickel oder Kompresse können Sie im Wegweiser unter Anwendungen nachschlagen, bzw. sind diese im jeweiligen Heilpflanzenportrait direkt verlinkt.

Diese Seite kam im Rahmen einer Projektarbeit an der Freiburger Heilpflanzenschule  zustande. An der Erstellung mitgearbeitet haben: DKS Ute Baumgärtner, DKS Monika Halter, DKS Elke Heilmann-Wagner und DGKS Evelin Habicher.

 

Ackerschachtelhalm Kamille Rosmarin
Anis Kartoffel Sauerklee
Arnika Kümmel Schafgarbe
Bienenwachs Lavendel Senf
Eukalyptus Leinsamen Spitzwegerich
Fenchel Meerrettich Thymian
Gänsefingerkraut Melisse Zitrone
Heublumen Pfefferminze Zwiebel
Ingwer Quark  

 

Abkürzungen 1 TL = 1 gestrichener Teelöffel

1 EL = 1 gestrichener Esslöffel

1 l     = 1 Liter

Min   = Minuten

g       = Gramm

tgl     = täglich

ml     = Milliliter

Droge getrocknete Pflanzenbestandteile
Kommission E

Die Kommission E ist eine selbständige wissenschaftliche Kommission des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). In den Jahren von 1980 bis 1994 bestand die Aufgabe der Kommission E darin, wissenschaftliches und erfahrungsheilkundliches Material zu erwünschten und unerwünschten Wirkungen pflanzlicher Drogen zusammenzutragen, auszuarbeiten und zu bewerten. Daraus entstanden die bis heute gültigen Monographien, die als Grundlage für die Neuzulassung und Nachzulassung pflanzlicher Arzneimittel gelten.

 

Monographien

 

 

Ackerschachtelhalm - Equisetum arvense L.

erstellt von Evelin Habicher

 

 

Volksnamen:

Zinnkraut, Schachtelhalm, Katzenschwanz, Scheuerkraut, Kuhtod, Zinnheu, Hollpiepen, Bandwisch

Familie:

Schachtelhalmgewächs (Equisetaceae)

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Kraut

Drogenbezeichnung:

Equiseti herba

Hauptinhaltsstoffe:

10% Mineralien (Kalium, Kalzium, Eisen, Mangan, Magnesium) davon 2/3 Kieselsäure, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine

Wirkung:

schwach harntreibend, nierenanregend durch den hohen Gehalt an Kalium, hautstoffwechselanregend, bindegewebsfestigend, zusammenziehend, wundheilungsfördernd, blutstillend, kräftigend, schleimlösend

Nebenwirkungen:

Nicht bekannt

Gegenanzeigen:

  • Innerlich: nicht anwenden bei Wassereinlagerungen ins Gewebe (Ödeme) infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion.

  • Äußerlich: nicht bekannt

Anwendung:

  • Innerlich: (Tee, Presssaft, Fertigpräparate)

    • Posttraumatisches und statisches Ödem (Wassereinlagerung ins Gewebe nach Unfall bzw. längerem Stehen)

    • Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege

    • Nierengrieß

    • Gicht

    • Rheumatische Erkrankungen

  • Begleitend bei:

    • Chronischen Lungenerkrankungen, chronischer Husten

    • Osteoporose

    • Krampfadern

    • Immunschwäche (regt die Bildung von weißen Blutkörperchen an und stärkt damit die Abwehr)

    • Blutreinigungsmittel bei Frühjahrs- und Herbstkuren

    • Brüchige Fingernägel und Haare

    • Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund und Rachen

    • Blutstillung bei Nasenbluten

  • Äußerlich: (Wickel und Kompressen, Teilbäder, Salbe)

    • Chronische Ekzeme

    • Neurodermitis

    • Durchblutungsstörungen oder Frostbeulen

    • Schlecht heilende Wunden und Ulcus cruris

    • Unterstützt den Heilungsprozess nach Knochenbrüchen

    • Schleimbeutelentzündung

    • Harnwegsinfekt (Sitzbad)

    • Schweißfüße (Fußbad)

Zubereitung und Dosierung:

  • Innerlich: Tee (Dekokt)

1 EL Droge in 150 ml kaltes Wasser geben, 30 Minuten kochen, nach 20-30 Minuten abseihen, 3-4x täglich 1 Tasse trinken

  • Äußerlich: Tee (Mazeratdekokt)

10 g Kraut auf 1 l Wasser über Nacht ziehen lassen und dann 30 Minuten köcheln lassen, abseihen und für Waschungen oder Wickel anwenden.

siehe: Heiße Wickel - feucht-heiße Kompresse

Tagesdosis: 6 g Kraut

Kommission E:

Innerlich: posttraumatisches und statisches Ödem (Wassereinlagerung ins Gewebe nach Unfall bzw. längerem Stehen), Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Nierengrieß.

Äußerlich: Unterstützende Behandlung bei schlecht heilenden Wunden.

Bewährte Rezepturen:

Hautcreme nach Ursel Bühring:

20 g Ackerschachtelhalm in 150 ml Wasser 30 Minuten köcheln, danach abgießen. Gleichzeitig 100 g Cremegrundlage (Eucerin anhydricum) im Wasserbad schmelzen und 80 ml des noch heißen Tees einrühren, anschließend 20 ml Johanniskrautöl einrühren. In Salbendöschen füllen und 20 gtt Lavendelöl einrühren. Die Creme pflegt trockene Haut, gespaltene Haarspitzen und brüchige Nägel. Am besten gleichzeitig den Tee trinken.

Mythologie / Geschichte:

Bereits vor 400 Millionen Jahren gab es Schachtelhalmbäume, die eine Größe von 30 Metern erreichten. In der Antike war er als harntreibendes und blutstillendes Mittel bekannt.

Botanischer Steckbrief:

In unserer Gegend gibt es 9 verschiedene Arten, verwendet wird nur Equisetum arvense L.

Standort: nördliche Halbkugel (Europa, Nordasien, Nordafrika, Nordamerika) auf Wiesen, Äckern, Wegrand und Bahndämmen.

Pflanzenbeschreibung: ausdauernder, schwarzer, schnurartiger Wurzelstock, etwas 30-50 cm tief. Frühjahrstriebe sind bleich, walzenförmig, bleistiftdick und ohne Blätter mit vielen Knoten. Vor Sommerbeginn, wenn der braun gewordene Frühjahrstrieb abgestorben ist, erscheint 30-50 cm hohe, unfruchtbare, tannenwedelartige, rau gefurchte Sommertrieb mit quirlständigen, kranzartig, in Etagen ausgebreiteten, fadenförmigen Blättern, nach oben hin abnehmend.

 Sporenreife: März bis April.

Ernte: Mai bis Juli das obere Drittel der Sprossen (nur grüne Teile verwenden, braun gefleckte aussortieren, Herbstpflanzen sind minderwertig)

Sonstiges:

Die Kieselsäurestruktur wirkt wie feines Schleifpapier, man kann damit Zinngeschirr, Aluminium und Kupfer polieren.

Der Aufbau des Stängels diente als Vorlage der Fisher-Price Spielzeuge. Die Segmente lassen sich auseinander nehmen und zusammen stecken.

 

 


 

Arnika - Arnica montana

erstellt von Monika Halter

 

Volksnamen:

Fallkraut, Bruchkraut, Bergdotterblume, Bergwohlverleih, , Blutblumen, Bergwurzelblumen, Engelkraut, Gemswurz, Johannisblume, Mönchskappe, Wolfsblume, Wundkraut, Mitterwurz, Christwurz, Mittelwurz, Gamsblumen, Donnerblume

Familie:

Asteraceae - Korbblütler

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

getrockneten Blütenstände

Drogenbezeichnung:

Arnicae flos

Hauptinhaltsstoffe:

Kieselsäure, Gerbsäure, Kalisalze, Harze kampferartige Stoffe, Zahlreiche ätherische Öle, Sequiterpenlactone, Flavanoide,  Cumarine,  Helenalin, Kaffeesäurederivate, Bitterstoffe

Wirkung:

Antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend.

Das Haupeinsatzgebiet der Arnika ist meist äußerlich in Form von verdünnten Tinkturen. Die Arnika ist eine stark wirkende Heilpflanze, die eine gewisse Reizwirkung ausübt.

Mit dem fast schon starren Aufbau des grünen Sprosses bis in den Hüllkelch  hinauf, der durch den Wind oft zerzaust wirkenden Blüte und dem aromatischen Duft verbindet diese Pflanze Kieselkräfte und Auflösende Wärme- Kräfte und bringt sie ins Gleichgewicht. Sie wirkt gleichsam gestaltend als auch durchwärmend - entkrampfend. Sie löst Verfestigtes wieder auf und bringt zu viel Stoffwechseltätigkeit bei einem entzündlichem Prozess wieder in Form. Durch ihre  starke Vitalität, wirkt sie bis ins Nervensystem hinein aufbauend, regulierend bei Durchblutungsstörungen des Herzens und Gehirns.

Nebenwirkungen:

Arnikablüten lösen relativ häufig Allergien (Hautausschlag, Juckreiz).  Nie die Tinktur unverdünnt anwenden, das kann dann auch ohne Allergie Ekzeme hervorrufen.

Bei innerlicher Anwendung sind Vergiftungen mit starker Schleimhautreizung und Herzmuskellähmung möglich.

Gegenanzeigen:

  • Korbblütlerallergien

  • Evtl. Hautverletzungen und nässende oder entzündliche Hauterkrankungen im Bereich de Auflage.

Anwendung:

  • Äußerlich in Form von verdünnten Tinkturen  - kalt oder warm

    • stumpfen Verletzungen

    • Muskel und Gelenkschmerzen

    • neuralgischen Schmerzen

    • entzündlichen Prozessen

    • bei Kontusionen, Distorsionen, Hämatomen

    • Schleimhautentündungen im Mund –und Rachenbereich

    • Hautentzündungen

Verwendung in der Volksheilkunde:

  • Äußerlich

    •  Herzmuskelentzündungen

    • Arteriosklerose

    • Gebärmutterblutungen

    • Angina pectoris

Anwendungsbeschränkungen:

 Zubereitungen aus Arnika dürfen nicht innerlich eingenommen werden

Zubereitung und Dosierung:

siehe: Sonstige Wickel  - Kompressen mit Alkohol und Essenzen

Kommission E:

Mythologie / Geschichte:

Mythologie: Im 18.Jahrh. bekam die Arnika den Ehrentitel „Panacea lapsorum„ Allheilmittel. Der deutsche Name „Bergwohlverleih“, deutet auf ihre große Heilkraft hin. Sie wächst ausschließlich auf kieselhaltigen, nährstoffarmen sauren  Moor- und Waldwiesen, Weiden und in heideartigen Gegenden. Arnica montana steht  auf der roten Liste gefährdeter Arten und somit unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Arnika enthält das giftige Helenalin in allen Pflanzenteilen und darf deshalb in Eigenmedikation nicht innerlich angewendet werden.

Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Hildegard von Bingen erwähnte sie erstmals unter dem wohlbekannten Namen „Wolfsgelegena „. Erst Ende des Mittelalters war sie eine bekannte Wundheilpflanze.

Johann Wolfgang von Goethe soll sein flatterndes Herz mit Arnikatropfen beruhigt haben.

Arnika wurde als Arzneipflanze des Jahres 2001 gewählt.

Botanischer Steckbrief:

Arnika  ist eine mehrjährige krautige Staude die 20-60 cm hoch wird. Die Blätter sind grundständig und rosettenförmig . Die Arnika ist eine Gebirgspflanze. Vom Wind zerzaust leuchten ihre dottergelben Blütenblätter. Die Arnikapflanze überwintert in einem fingerdicken unterirdischen Wurzelstock, welcher jährlich an  dem vorderen Ende eine neue Rosette treibt. Der hintere Teil stirbt nach einem Jahr ab.

Blütezeit von Juni – August .

Literaturhinweise / Quellen:

  • Praxis –Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde Ursel Bühring,  Sonntag-Verlag-Stuttgart

  • http/:de Wikipedia

  • Freiburger Heilpflanzenblätter Nr.86

  • Grüne Apotheke GU Dr.Jörg Grünwald /Christof Jänicke

 


 

Ingwer - Zingiber officinalis

erstellt von Monika Halter

 

 

Volksnamen:

 Ingber, Imber, Immerwurzel, Ingwerwurzel

Familie:

Ingwergewächse - Zingiberaceae

Verwendete Pflanzenteile:

Geschälte frische oder getrocknete Wurzelstock

Drogenbezeichnung:

Zingiberis rhizoma

Hauptinhaltsstoffe:

Ätherische Öle 2-3% (Zingiberen, Zingiberol), Scharfstoffe (Gingerole, Shoagole),  Bitterstoffe, Fette, Zucker, Schleime

Heilwirkungen:

Brechreizlindernd, verdauungsfördernd, appetitanregend,  erwärmend, keimhemmend, blähungswidrig, cholagog, tonussteigernd und peristaltikanregung auf den Darm

Nebenwirkungen:

evtl. Sodbrennen, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen

Gegenanzeigen:

Gallensteinleiden nur nach ärztlicher Rücksprache, Nierenerkrankungen, Kinder unter 6 Jahren

Anwendung:

  • Innerlich:

  • Schwindel, Übelkeit, Erbrechen

  • Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen (nach ärztlicher Rücksprache)

  • postoperative Übelkeit

  • Verdauungsstörungen mit Fettintoleranz, Blähungen

  • Appetitanregung

  • Bauchspeicheldrüsenschwäche

  • Schmerzlinderung bei rheumatischen Beschwerden

  • Abwehrsteigerung bei Infektanfälligkeit

  • Kreislaufstimulans

  • Äußerlich:   Ingwerkompresse

    • Anregung der Ausscheidung über die Nieren

    • zur Unterstützung der Atmung

    • Muskelverspannungen und -schmerzen

    • Gelenkschmerzen

Zubereitung und Dosierung:

½ -1 TL frisch zerkleinerte Ingwerwurzel mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen bedeckt ziehen lassen und nach ca. 10 Min. abgießen. Gegen Reiseübelkeit etwa 30 Minuten vor Beginn der Reise einnehmen (bzw. frische Wurzel kauen)

Loses Pulver: 1/3 TL in 150 ml Wasser auflösen

tgl. 1 - 4 Tassen trinken

Tagesdosis: 2-4 g Wurzel

Darreichungsformen:

Tee, Tinktur, Gewürz, Fertigpräparate (Kapseln)

Kommission E:

Magen-Darm-Beschwerden, Verhütung der Symptome der Reisekrankheit

Mythologie / Geschichte:

Das deutsche Wort Ingwer, wie auch der lat. Zingiber  lassen sich auf den alten indischen Namen „ shringavera“ zurückführen. Die  Ingwerwurzel als Heilpflanze tauchte schon  in den frühen Sanskritschriften auf, sowie auch in alten griechischen römischen und arabischen Schriften.  In Mitteleuropa  wurde die Ingwerwurzel durch die Kreuzritter bekannt. In der Seefahrt wurde mit Ingwer  von den Kolonialmächten reger Handel vor allem als Gewürz  getrieben. Im 16.Jahrhundert wurde für ein Pfund Ingwer soviel wie für ein Schaf geboten. Wer Ingwer in seiner Nahrung aufnahm gehörte sicher zur Oberschicht, denn Ingwer wurde auch in Gold und Silber gehandelt.  In den  heutigen tropischen und subtropischen Anbaugebieten, Asien, Teilen Afrikas,  Brasilien und Jamaika, wird er zur Verdauungsförderung eingesetzt. In dem Märchen aus 1001 Nacht spricht man der Gewürzpflanze magische Kräfte und aphrodisierende Eigenschaften zu. 

Botanischer Steckbrief:

Der Ingwer ist eine kriechende mehrjährige Pflanze auf einem dicken knolligen Wurzelstock. Aus diesem wächst im Frühjahr ein grüner aufrechter Stängel von etwa 60 cm Höhe mit schmalen  Blättern die jedes Jahr absterben. Zur Blütezeit entspringt eine Ähre direkt aus der Wurzel, die eine weiße oder gelbe Blüte trägt. Das Ingwerrhizom sieht aus wie eine verwachsene Kartoffel in Form einer Stummelhand.

Literaturhinweise:

  • Freiburger Heilpflanzenblätter  Ursel Bühring Heft Nr.1

  • Grüne Apotheke GU Dr. Jörg Grünwald / Christof Jänicke

  • http Wikipedia . de

 

 


 

Kamille

(Matricaria recutia L., Matrica  camomilla)

erstellt von Monika Halter

 

 

Volksnamen

Mutterkraut,  Mägdeblümle,  Kummerblume, Apfelkraut

Familie:

Asteraceae - Korblütler

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Frische oder getrocknete Blütenköpfchen, in  anthroposophischen Arzneimitteln werden auch getrocknete Wurzeln eingesetzt.

Drogenbezeichnung:

Kamillenblüten - Matricariae flos, Kamillenöl - Chamomillae aetheroleum

Hauptinhaltsstoffe:

ätherisches Öl (0,2-0,8 %) mit Camazulen  und alpha–Bisabolol, Flavonoide, Cumarine und bis zu 10% Schleimstoffe

Heilwirkungen:

  • Innerlich

Krampflösend,  ulkusprotektiv, blähungshemmend, reizmildernd, sedativ,  desodorierend, immunstimulierend

  • Äußerlich

wund heilend , entzündungshemmend.  granulationsfördernd, antibiotisch (Strepto- Staphyllokokken), bindet Bakteriengifte, antimykotisch (Begleitung bei Darmcandita)

Nebenwirkungen:

Kontaktallergie auf Anthecotulid,  selten allergische Reaktionen (Haut, Asthma, Schnupfen) dies eher bei der römischen Kamille = Anthemis nobilis, Hundskamille  =  Anthemis arvensis

Gegenanzeigen

bekannte Korblütlerallergie, Beachte: Überdosierung Auslöser von Schwindel, nervöser  Unruhe, Bindehautentzündung

Anwendung:

  • Innerlich

    • Gastritis

    • Durchfälle

    • Nervöse Unruhe

    • Hyperaktivität bei Kindern

    • Magen-Darmgeschwüre

    • Verdauungsstörungen

  • Äußerlich

    • Haut- Schleimhautentzündungen - Spülungen, Bäder, Kompressen, Inhalationen

    • Schlecht heilende Wunden - Spülungen, Kompressen

    • Hautinfektionen - Spülungen, Kompressen

    • Hämorrhoiden - Sitzbäder

    • Analfissuren - Sitzbäder

    • Erkrankungen im Genitalbereich - Sitzbäder, Spülungen

    • Zahnschmerzen - Spülungen, Gurgellösung

    • Menstruationskrämpfe - feucht-heiße Dampfkompresse, feucht-heiße Kompresse

    • Bauchschmerzen durch Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall - feucht-heiße Dampfkompresse, feucht-heiße Kompresse

    • Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen - feucht-heiße Dampfkompresse, feucht-heiße Kompresse

Zubereitung und Dosierung:

  • Kamillentee innerlich

1 TL pro Tasse (1,5 g Droge) mit heißem Wasser übergießen, zudecken und nach 3 Min abseihen, 2-3 Wochen  1-2 x tgl 1 Tasse trinken.

  • Kamillentee äußerlich

Umschläge und Spülungen

1-2 TL (2-3 g ) Kamillenblüten mit 150 ml heißem Wasser übergießen abdecken und nach 5-10 Min filtrieren 3-10% ige Aufgüsse

Badezusatz

 50 g Droge auf 10 l Wasser

Rollkur

2 Tassen 2-3fach starken Kamillentee (5 EL Kamillenblüten mit 1 l heißem Wasser überbrühen, nach 5 Min abgießen und  mit 10 ml Kamillentinktur verstärken . Früh nüchtern noch im Bett trinken und jeweils  5 Min auf den Rücken dann auf die linke Seite und dann auf den Bauch und dann auf die rechte Seite (Magenausgang) rollen, so dass die gesamte Magenschleimhaut benetzt wird. Danach warmen Leibwickel nachmittags und vor dem Schlafengehen noch mal den Tee trinken. Nachruhe einhalten. Dies 8-10 Tage  hintereinander.

Die Kombination von Tee mit Tinktur hat sich bewährt, um den Gesamtkomplex der Kamillenwirkstoffe zu erhalten. Im Tee sind Flavonoide  und Schleimstoffe nahezu vollständig gelöst, aber nur ca. 15% der ätherischen Öle. In alkoholischen Extrakten dagegen sind die ätherischen Öle und Flavonoide enthalten, nicht aber die Schleimstoffe.

Tagesdosis: 9-15 g Droge

Darreichungsformen:

Fertigpräparate, Kamillentee (Blüten), Kamillenextrakt, Tinktur, Kräuterkissen

Kommission E:

Äußere Anwendung: Haut- Schleimhautentzündungen, bakterielle Hauterkrankungen einschließlich Mundhöhle und des Zahnfleisches

Inhalationen: entzündliche Erkrankungen und Reizzustände der Luftwege

Bäder und Spülungen: Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich

Innere Anwendung: gastrointestinale Spasmen, entzündliche Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Botanischer Steckbrief:

Die echte Kamille ist ein 20-40 cm hohes Kraut mit aufrechten Stängeln, die oben kahl und ästig sind. Die Blätter sind zwei-dreifach gefiedert und haben ganz schmale in eine Stachelspitze auslaufende Zipfel. Die Blütenköpfe sind endständig und haben die charakteristischen 15 weißen Zungenblüten mit gelber Mitte .Kamillen duften süßlich, blumig- leicht und ihr Geschmack ist rund und weich.

Sonstiges:

Pflanze der Mütter so könnte man die botanische Pflanze übersetzen, Matricaria ist abgeleitet von Mater: Mutter bzw. Matrix = Gebärmutter.

 

 


 

Meerrettich - Armoracia rusticana

erstellt von Evelin Habicher

 

 

Volksnamen:

Kren, Pferderade, Rachenputzer, Bauernsenf

Familie:

Kreuzblütler (Brassiaceae)

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Wurzel

Drogenbezeichnung:

Armoraciae rusticanae radix

Hauptinhaltsstoffe:

Schwefelhaltige ätherische Senföle, Rhodanverbindungen, Kalium, Kalzium, reichlich Vitamin C

Wirkung:

  • Innerlich:

antimikrobiell, antiviral, fungistatisch, abwehrsteigernd, appetitanregend, verdauungsfördernd,  stoffwechselanregend, schleimlösend

  • Äußerlich:

durchblutungssteigernd, schmerzlindernd

Nebenwirkungen:

Magenbeschwerden, Schleimhautreizung oder Senfölallergie, Hautreizungen möglich

Gegenanzeigen:

Nicht anwenden bei Magen- und Darmgeschwüren, Nierenentzündung, Kinder unter 4 Jahren

Anwendung:

  • Innerlich: (frisch geriebener Meerrettich, Fertigpräparate - Angocin®, Sirup, Frischpflanzenpresssaft)

    • Erkältungskrankheiten

    • Infektionen der ableitenden Harnwege

    • Unterstützung der Verdauung

    • Unterstützung des Immunsystems

    • Äußerlich: (Kompressen, Tinktur)

    • Muskelschmerzen, Neuralgien

    • Blasenentzündungen

    • Schnupfen

    • Nasennebenhöhlenentzündungen

    • Stirnhöhlenentzündungen

    • Kopfschmerzen, Migräne

Zubereitung und Dosierung:

  • Innerlich: geriebene Wurzel ca. 20 g pro Tag

  • Äußerlich: siehe Meerrettichkompresse

Tagesdosis:

20 g pro Tag

Kommission E:

Innerlich: Katarrhe der Luftwege, begleitend bei Infektionen der ableitenden Harnwege

Äußerlich: Katarrhe der Luftwege, durchblutungsfördernde Behandlung bei Muskelschmerzen

Bewährte Rezepturen:

Meerrettich-Hustensaft nach Ursel Bühring

Ein Stückchen Wurzel grob raspeln, die doppelte Menge Honig zugeben, über Nacht ziehen lassen und durch ein feines Tuch gießen. 3x täglich ½ - 1 TL bei Husten einnehmen, maximal 7 Tage lang.

Mythologie / Geschichte:

Der Genuss von Kren soll an das bittere Leiden Christi erinnern, deshalb wird er am ersten Osterfeiertag in manchen Gegenden kirchlich gesegnet und gehört zum Osterfrühstück. In Oberösterreich hängt man fiebernden Kindern Krenscheiben an einer Kette um den Hals. Bekam der Meerrettich ein weißes Blatt, sollte das auf einen Todesfall in der Familie hindeuten.

Botanischer Steckbrief:

Standort: Südeuropa und Mitteleuropa, USA in Gärten und Großkulturen. Mittelschwerer, humoser, tiefgründiger feucht-sandiger Lehmboden.

Pflanzenbeschreibung: Die ausdauernde Wurzel ist mehrköpfig, walzen- oder rübenförmig und sehr lang. Blätter länglich gekerbt, Blüten weiß, Früchte schötchenförmig. Blütezeit Juni bis August

Ernte: September bis Februar

Wildkräuterküche:

Blüten – essbar, als Dekoration auf verschiedenen Speisen

Wurzel - Beigabe zu Fleisch, Salat mit Sauerrahm

Achtung: nicht in die Augen oder auf Schleimhäute bringen!

 

 


 

Pfefferminze - Mentha x piperita

erstellt von Evelin Habicher

 

 

Volksnamen:

Ackerminze, Edelminze, Katzenkraut, Teeminze

Familie:

Laminaceae - Lippenblütler

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Blätter (Mentha piperita folium), Öl (Oleum Menthae piperitae)

Drogenbezeichnung:

Blätter - Menthae piperitae folium, ätherisches Öl - Menthae aethereoleum

Hauptinhaltsstoffe:

bis 4 % ätherisches Öl (mit 35–50 % Menthol), Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe

Heilwirkungen: (Stumpf, „Von Magie bis Phytotherapie“, S34)

spasmolytisch (durch direkte Wirkung auf die glatte Muskulatur), brechreizlindernd, verdauungsfördernd , gärungswidrig, galletreibend, karminativ, sekretolytisch am Bronchialsekret, antiseptisch, kühlend auf der Haut, örtlich betäubend

Wirkung auf die Psyche: (Stumpf, „Von Magie bis Phytotherapie“, S35)

gibt Selbstvertrauen, Mut und Schutz, hilft bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Wut, beseitigt überholte Gedankenmuster, erfrischt und belebt, fördert die Konzentration und Gedächtnis

Nebenwirkungen: Magenreizung bei zu langer Anwendung

Gegenanzeigen:

  • Blätter: bei Gallensteinleiden nur nach ärztlicher Rücksprache

  • Öl: nicht bei Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündungen oder schweren Leberschäden

Anwendung:

  • Innerlich:

    • Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen

    • Mund- und Zahnpflegemittel

    • Schmerzen bei Gallensteinen

    • Geruchs- und Geschmackskorrigens

  • Äußerlich:

    • Kopfschmerzen und Migräne - Einreibung mit ätherischem Pfefferminzöl auf die Schläfen und Stirn oder ein frisches Blatt auflegen

    • Juckreiz, Schmerz - Einreibungen mit pfefferminzhaltigen Salben – Menthol ruft auf der Haut ein Kältegefühl hervor und lindert dadurch die Schmerzempfindlichkeit

    • Schnupfen - Inhalationen mit Tee oder 1gtt ätherischem Pfefferminzöl auf einem Taschentuch

    • Fiebersenkende Waschungen - Tee

Zubereitung und Dosierung:

  • Pfefferminztee innerlich

1 bis 2 TL (1 bis 2 g) getrocknete Blätter mit 1 Tasse heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 10 Min. bedeckt ziehen lassen. Die Kondenstropfen vom Deckel in den Tee abstreifen. 3 bis 4-mal täglich 1 Tasse trinken, 2- bis max. 6 Wochen lang.

  • Pfefferminztee äußerlich

    25 g  getrocknete Blätter mit 1 l heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 10 Min. bedeckt ziehen lassen. Die Kondenstropfen vom Deckel in den Tee abstreifen. Mit 2 l warmen Wasser für die Waschung verdünnen. Zum Inhalieren mit 2 l heißem Wasser verdünnen.

    • Inhalieren bei Schnupfen

    • Waschungen zur Fiebersenkung

    • Beachte: Keine Waschungen mit ätherischem Öl der Pfefferminze

Tagesdosis: 3 bis 6 g Blätter

Kommission E:

  • Blätter: Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und Gallenblase und Gallenwege

  • Öl: Husten und Erkältungen, Muskel- und Nervenschmerzen

Hinweis:

Pfefferminztee sollte kein Dauerteegetränk sein! Menthol stimuliert die Bildung von Magensäure und kann auf die Dauer zu Magenschmerzen führen. Als Ersatz kann die Krause Minze getrunken werden, die weniger scharf ist und anstelle von Menthol Carvon enthält.

Bewährte Rezepturen:

Tee gegen Reiseübelkeit: (Bühring, „Alles über Heilpflanzen“, S202)

Je ein TL Pfefferminze, Ingwerwurzel, Rosmarin- und Melissenblätter mit 1 l heißem Wasser übergießen, 7 Min ziehen lassen, abgießen und in eine Thermosflasche füllen. Vor Fahrtantritt 1-2 Tassen trinken, den Rest während der Fahrt.

Mythologie / Geschichte:

Als Pluto, der Herrscher Unterwelt, die hübsche Nymphe Minthe liebte und seine Frau Persephone dies heimliche Liebe entdeckte und auf Rache sann, rettete Pluto die Nymphe, indem er sie in ein aromatisches Kraut verwandelte. Persephone aber zerriss es in wahnsinniger Eifersucht in 1000 Stücke, und so entstanden die verschiedenen Minzen. (Bühring, „Alles über Heilpflanzen“, S200)

Botanischer Steckbrief:

Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Mentha aquatica und Mentha spicata.

Standort: Kulturpflanze, sie kommt nicht wild vor.

Pflanzenbeschreibung: Ausdauernde bis 80cm hohe Pflanze. Stängel meist im oberen teil verzweigt, vierkantig. Blätter gegenständig gestielt, länglich-eiförmig, am Rand gesägt, schwach glänzend, gelegentlich rötlich angehaucht. Blüten quirlig in den Achseln der oberen Blätter, blasslila. Blütezeit: Juli bis September. Vermehrung durch Ausläufer.

Ernte: kurz vor der Blüte, Blätter zum Trockenen vom Stängel entfernen.

Wildkräuterküche:

Pfefferminze wird als Gewürz für Salate, Gemüse, Topfen (Quark), Saucen und Chutneys verwendet. Sie schmeckt auch sehr gut in Erfrischungsgetränken.

Sonstiges:

Auch die alten Römer kannten die Wirkung der Pfefferminze: Wein galt als Göttertrunk und durfte nur von Männern genossen werden – bei Missbrauch wartete sogar die Todesstrafe! Die klugen Damen mischten sich eine Paste aus Honig und frischen Minzen, die den Alkoholgeruch mühelos überdeckte!

Neues Wissen: ((Bühring, „Alles über Heilpflanzen“, S203)

Eine Studie der Kieler Universitätsklinik für Neurologie belegt in einem direkten Vergleich, dass 10%-iges Minzöl und Paracetamol gleich wirksam sind. Aber bei dem auf der Stirn und Schläfen aufgetragenen Minzöl sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

 


 

Schafgarbe – Achillea millefolium

erstellt von Elke Heilmann-Wagner

 

 

Volksnamen: 

Balsamgarbe, Blutkraut, Fasankraut, Feldgarbe, Frauendrank, Teekraut, Heil aller Schäden, Rippenkraut, Gotteshand, Blutstillkraut; Zimmermannskraut, Bauchwehkraut

Familie: 

Asteraceae - Korbblütler

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Kraut und Blüte

Drogenbezeichnung:

Schafgarbenkraut - Millefolii herba, Schafgarbenblüte - Millefolii flos

Hauptinhaltsstoffe:

Ätherische Öle (bis 1% Blauöl) mit Proazulen – höchster Gehalt in den Blüten, mit Cineol, Pinen, Kampfer, Eugenol, Thujon, Caryophyllen, Limonen, Sesquiterpenen, und Chamazulen; Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und Kieselsäure

Heilwirkungen:

Appetit- und gallefördernd, mild abführend, trägt zur Entgiftung bei, tonisierend, krampflösend, blähungs- und entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, keimhemmend, blutstillend, entzündungshemmend, mildes Venenmittel – stärkt die Venenwände und fördert den venösen Rückfluss, beruhigt die Herzfrequenz, steigert die Herzleistung, versorgt den Herzmuskel mit mehr Sauerstoff

Nebenwirkung:

Bei äußerlicher Anwendung selten Kontaktallergie möglich.

Gegenanzeigen:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe oder andere Korbblütler.

Anwendungen:

  • Innerlich

    • Verdauungsstörungen (Magen, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse)

    • Appetitlosigkeit

    • Blähungen

    • entzündliche, krampfhafte, schmerzende Schleimhauterkrankungen

    • schmerzhafte Menstruation (Dysmenorrhoe)

Schafgarbe ist das Frauenkraut – Stärkt die Mitte, mildert Extreme.

„Schafgarb im Leib tut wohl jedem Weib“.

Zubereitung und Dosierung:

  • Schafgarbentee innerlich

     1 EL Droge mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, zugedeckt 7-10 Min ziehen lassen, abgießen. 2x tgl. 1 Tasse trinken

  • Schafgarbentee äußerlich

Umschläge, Kompressen und Teilbäder, Sitzbad

100g Kraut bzw. 50g Blüten auf 1-2 l heißes Wasser 20 Min bedeckt ziehen lassen.

Tagesdosis: 4,5 g Droge

Darreichungsformen:

Tee, Tinktur, Fertigpräparate, Frischpflanzenpresssaft, Arzneiwein, Wildgemüse, Schafgarbenleberwickel (6 EL mit ½ l heißen Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen dann noch mal 1 l heißes Wasser dazugießen und Wickel zubereiten) – der Leberwickel sorgt für eine bessere Entgiftungsleistung der Leber.

Kommission E:

Innerlich: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden (Verdauungsbeschwerden) wie leicht, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich

Äußerlich: Sitzbäder bei Pelvipathia vegetativa (schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau)

Bewährte Rezepturen:

Tee gegen Menstruationskrämpfe (Aufguss von Ursel Bühring)

Je 20g Schafgarbe, Frauenmantel und Gänse-Fingerkraut, Kamilleblüten und Melissenblätter. 7 Min ziehen lassen, 3 x tgl. 1 Tasse trinken, 2 Tage vor der erwartenden Menstruation bis 1 Woche nach Beginn; bis zur nächsten Periode pausieren.

Gewürzt mit 1 Scheibe Ingwer wirkt dieser Tee noch intensiver. 1-3 Wochen lang 1x tgl. 1 Tasse trinken.

 Schafgarben-Körperbutter  (Susanne Fischer-Rizzi)

Hilft bei rauen Händen (Gärtnern), Schrunden, rauen Lippen und Füßen. Sie pflegt strapazierte Haut, wirkt entzündungshemmend, heilend, hilft der Haut Feuchtigkeit zu bewahren und macht sie wieder glatt.

Zutaten: Kakaobutter 25g, Sheabutter 25g, ätherisches Schafgarbenöl 5 gtt, äth. Grapefruitöl 10 gtt, 1-2 kleine leere saubere Joghurtbecher

Die Fette im Wasserbad langsam schmelzen. Ätherische Öle zufügen, einrühren. ca. 1-2 cm hoch die 2 Joghurtbecher füllen und im Kühlschrank fest werden lassen. Ggf.  Becher aufschneiden und in eine Seifenschale legen. Nicht an einen warmen Ort stellen, sonst wird die Butter flüssig. Die Butter über die Haut streichen und anschließen eincremen.

Tipp von Elke: Den Fetten noch etwas Bienenwachs hinzufügen, dann wird die Butter etwas fester.

 Mythologie / Geschichte:

Schafgarbe gehört in das Kräuterbüschel zu Maria Himmelfahrt und als gesunde Bitterdroge in die Gründonnerstagssuppe.

Sie gehört zu den ältesten Heilpflanzen- „Gesundmacher“ der Welt.

„Kraut des Achill“! Der griechische Held Achilles (Achillea!) wurde beim Kampf um Troja mit dem vergifteten Pfeil des Paris verwundet. Der heilkundige Zentaur Chiron gab ihm Schafgarbe zur Heilung.

Sie ist die „Jodtinktur der Wiesen und Felder“. Die Heilkraft wurde von dem Militärarzt Dioskurides im 1. Jh. n. Chr. genutzt, wie auch im 2. Weltkrieg bei vielen Verletzten.

Wurde die Schafgarbe bei abnehmendem Mond, 8 Tage vor oder 8 Tage nach dem Margarethentag (20. Juli) gegraben, sollte die Wurzel Glück im Spiel bringen.

Die Schafgarbe wurde auch die „Augenbraue der Venus“ genannt, ihr junges Blatt sieht sanft, zart, geschwungen, filigran aus, deshalb bekam sie den Namen der Göttin der Schönheit und Liebe.

Botanischer Steckbrief:

Vorkommen: Europa, Nordamerika, Nordasien, Südaustralien

Standort: Wiesen, Raine, Weg- und Ackerränder, sonnig und trocken, trockene Böden, meidet feuchte Standorte

Pflanzenbeschreibung:

Wurzel:  Kriechender Wurzelstock mit Ausläufern und aufrecht, behaartem reich  beblättertem Stängel bis 60 cm Höhe.

Blatt: Zuerst erscheint eine grundständige Blattrosette, die späteren Blätter des Stängels  sind 2- bis 3fach fiederschnittig, mit kurz lanzettlichen 0,5-1 mm breiten zugespitzten Abschnitten.

Blüten: In einständiger, reichköpfiger Trugdolde mit zahlreich kleinen Blütenköpfchen aus schmutzigweißen oder rosafarbenen Blütenscheiben.

          Blütenzeit: Mai - Oktober

FruchtDie Fruchtknoten entwickeln sich zu länglichen, silbergrauen bis gelblichen Früchten.

Ernte: zur Saftkur im Frühjahr; für Tee und Tinktur im Hochsommer, Juni bis Ende September, zur Blütezeit die Blüten in der vollen Mittagshitze ernten, dann ist der Gehalt an äth. Ölen in allen Pflanzenteilen am höchsten; als Wildgemüse- Schafgarbenblätter das ganze Jahr ernten,

Hautempfindliche Menschen sollten beim Sammeln der Schafgarbe vorsichtig sein, in der Sonne gepflückt kann Schafgarbe eine Hautentzündung auslösen - Wiesendermatitis!

 Vermehrung: Wurzelstücke im Sommer bis Herbst,  Aussaat von Samen im Frühling und Herbst

Wildkräuterküche:  als Wildgemüse

Sonstiges:

TCM:

Die thermische Wirkung ist neutral, die zugeordneten Organe sind Leber, Milz und Blase. Schafgarbe nährt die Milz und löst Leberstagnationen. Sie trocknet Schleim und Feuchtigkeit und bewegt das Blut. Die Gebärmutter wird angeregt. Man verwendet sie bei Gallenblasenentzündungen, bei Verdauungsproblemen, bei Migräne, Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen und Gastritis.

Homöpathie:

Millefolium D1 bis D6: Einige Tropfen mehrmals tgl. bei Krampfadern, Blutdruckproblemen und Blutungen der inneren Organe.

Hildegard von Bingen:

Wer eine Wunde im Körperinneren erhielt, der pulverisiere Schafgarbe und trinke jenes Pulver in warmem Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er das Pulver in warmem Wein, bis er geheilt ist.

Schaf-Garbe -  Gesundmacher der Schafe aber auch der Ziegen, Pferde, und Rinder, sie kauen an diesem Kraut, wenn Sie Magen-Darm-Störungen und Blähungen haben.

Wenn man Tiere mir frischer Schafgarbe einreibt, so dass der Saft am Fell kleben bleibt, dann werden lästige Fliegen abgehalten.

Schulkinder haben die Schafgarbe in die Nase eingeführt, dies hat dann manches Mal zum Nasenbluten geführt – diesen Trick haben Sie angewandt um Schulfrei zu bekommen.

 


 

Senf - Brassica Nicra (L.)

erstell von Monika Halter

 

Volksnamen:

Gartensenf, Mostrich, Mostersa

Familie:

Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

ätherisches Öl - Sinapis Aetheroleum, Samen - Semen sinapis nigra

Hauptinhaltsstoffe:

Hauptinhaltsstoff ist das Glukosid Sinigrin(1%). Durch das Hinzugeben von Wasser wird das Ferment Myrosinase in Allylsenföl und Traubenzucker gespalten (zu heißes Wasser verhindert die Aufspaltung, daher nie über 45°C erhitzen. Weiterer Stoff ist das Isothiocynate (auch Inhaltsstoffe von Kren, Wasabi, Rauke, Kresse und weißem Senf). Isothioaynate sind chemisch sehr aggressive Stoffe und dienen in der Pflanze als chemische Kampfstoffe gegen Fressfeinde. Weitere Inhaltsstoffe sind Fettes Öl (30%) wie in allen Samen enthält Senf größere Mengen fettes Öl, das in Indien viel zum Kochen verwendet wird (Senföl, mustard seed oil). Glyceriden der Linol-und Linolensäuren , Erucasäuren .

Heilwirkung und Anwendung:

Die Samen werden zerkleinert und als Breiauflage z.B. bei Lungen-Brustfellentzündung angewandt. Man kann auch das in der Apotheke unter dem Namen semen sinapis pulveratum bekannte Senfmehl verwenden. Sie wirken als Breiauflage stark durchblutungsfördernd, sekretionsfördernd, leicht antibiotisch. Sie rufen bei der Anwendung bewusst eine lokale Entzündung hervor, das bedeutet vermehrte Stoffwechselaktivität wird angeregt, Stoffwechselprozesse werden abgeleitet. Alles was ins Stocken geraten ist wird angefeuert.

Nebenwirkungen der äußerlichen Senfanwendung:

Senfanwendungen sind mit Respekt, Vorsicht und einem Wissen über Gefahren anzuwenden. Das Allylsenföl ist ein äußerst stark wirkendes Hautreizmittel. Bei zu langer oder einfach bei empfindlicher, vielleicht sogar vorgeschädigter, nicht mehr intakter Haut , oder bei einer Überdosierung kann es zu starken Reizungen der Haut- und Schleimhaut bis hin zu extremer Blasenbildung kommen.

Gegenanzeigen:

Bestehende Hautverletzungen nässende Wunden, entzündliche Hauterkrankungen im Anwendungsgebiet, Menstruation, Venenprobleme, Krampfadern, Thrombophlebitis, Unverträglichkeit gegen Senf.

Anwendung äußerlich:

Brust und Rücken Kompressen:

  • bei Lungenentzündungen

  • akute oder chronische Bronchitis

  • spastische Bronchitis

Kompresse auf die Nierengegend:

  • Einschlafhilfe bei Patienten die innerlich gereizt sind und keine Ruhe finden

  • Angstattacken

  • zur Organanregung z.B. der Nieren - Kompresse auf die Blase

  • Ableitend bei Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen - Kompressen auf die Waden

  • Ableitend bei übersteigerten Stoffwechselprozessen im Kopf -  Senffußbad oder Auflagen auf die Füße

  • Kopfschmerzen mit rotem gestauten Kopf , beginnende Migräne -Fußbäder oder Kompressen auf die Waden

Anwendung innerlich:

Durch Senfsamen werden Magen -Darmbeschwerden gebessert, die Verdauung -und der Appetit werden angeregt.

Cave:

Reizung der Schleimhäute. Dazu kann man auch den handelsüblichen Speisesenf verwenden.

Anwendungen in der Homöopathie:

Hier wird der Senfsamen auch innerlich und äußerlich angewendet. Einreibungen mit Urtinktur ersetzen den Breiumschlag bei Rheuma und Gicht. Innerlich wird Sinapis bis in die 6. Potenz gegen  Heuschnupfen, Erkältungskrankheiten, Rachenkatarrh, Heiserkeit und Schnupfen eingesetzt 

Zubereitung und Dosierung:

100g pulverisierter Senfsamen verrührt mit lauwarmen (maximal 45° warmem Wasser) zu einem dicken Brei verrührt,  verpackt in ein Leinentüchlein, auf die gewünschte Stelle aufgelegt .Verweildauer  der Auflage 3-max10 min. je nach Hautbeschaffenheit. Nach dem Entfernen der Auflage muss die Haut auf Rötung überprüft werden und mit einem neutralen Öl „abgelöscht“ werden .Die Auflagestelle wird in der ¼ -1/2 Std. Nachruhezeit unbedingt durch ein Wolltuch warm gehalten werden .

Botanik :

Es werden bei uns nur kultivierte Pflanzen verwendet. Die Senfpflanze wird bis zu 1m hoch, der sich im oberen Teil verästelt und unten leicht behaart ist. Die gelben Blüten stehen in lockeren Doldentrauben. In den langen Schoten befinden sich die kugelrunden dunkelbraunen Samen. Wechselständig angeordnet sind die Stängelblätter. Blütezeit : Juni/ Juli. Der Schwarze Senf kommt oft verwildert an Schuttplätzen und Flussufern vor. Oft ist es eine Kulturpflanze, die zur Öl- und Gewürzgewinnung als Futter- und Gründüngungspflanze angebaut wird. Sie ist eine vitale Pflanze mit einem intensiven Blütenimpuls. An lichten und sonnendurchwärmten Stellen gedeihen sie am besten. Die kleinen gelben schwach süßlich duftenden Blüten wachsen aus den immer neuen Seitentrieben. Am oberen Ende der langen Blütenrispen befinden sich die unaufgeblühten Knospen  wie in einem Nest zusammengedrängt, gleichzeitig reifen unten die runden Samenkörner in den länglichen Schoten. Der schwarze Senf ist eine große kräftige reich verzweigte Pflanze mit dunklen leicht bläulichen Blättern. Die Blüten sind intensiv Gelb. Die kleinen Samen sind umgeben von einer dunkelbraunen Samenschale. Beim Zerkauen offenbaren die Samen des Schwarzen Senfes ihre feurige Kraft und hinterlassen ein länger anhaltendes Brennen im Mund

Herkunft und Geschichte:

Schwarzer Senf wird wahrscheinlich seit Jahrtausenden kultiviert und stammt aus dem Mittelmeergebiet.  Botanisch verschieden sind der Schwarze Senf  und Sarepta Senf oder der rumänische Braunsenf aus Osteuropa und der Braunsenf aus Indien. Der braune Senf weist weniger Schärfe auf, als der Schwarze . Schwarzer Senf wird heute bei uns in Europa kaum noch angepflanzt, dies liegt vielleicht daran, dass brauner Senf leichter maschinell geerntet und billiger produziert werden kann als schwarzer Senf.

Etymologie:

Der deutsche Senf  ist ein Lehnwort aus dem Lat. Sinapsis bzw. aus dem Chriechischen sinapi oder napy. Die weitere Herkunft dieses Wortes ist nicht geklärt evtl. stammt es aus dem Ägyptischen. Verwandte in anderen Sprachen sind  Italienisch senape Schwedisch senap Jidisch zeneft Sinapi ist auch das neutestamentarische Wort für „Senf“ das in dem berühmten Gleichnis vom Senfkorn gebraucht wird. Die Sankrit Namen krishnaka und krishnasarshapa stammen von einem Adjektiv krishna „schwarz“. Der botanische Gattungsname Brassica lateinisch für „Kohl“ gehört zur selben Gattung. Das Wort ist unbekannter Herkunft.

 

 


 

Echter Thymian - Thymus vulgaris L.

erstellt von Evelin Habicher

 

Volksnamen:

Immenkraut, Römischer Quendel, Kudelkraut, Bienenkraut, Demut

Familie:

Lippenblütler (Lamiaceae)

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

blühendes Kraut

Drogenbezeichnung:

Thymi herba/folium

Hauptinhaltsstoffe:

Ätherische Öle (Thymol 20-40%, Carvacol 15%), Harze, Lippenblütlergerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Saponine, Kaffee- und Rosmariensäure

Wirkung:

Schleimlösend, krampflösend, auswurffördernd, antibakteriell, keimhemmend, durchblutungsfördernd, desodorierend, stärkend

Nebenwirkungen:

nicht bekannt

Gegenanzeigen:

bei schweren Leberschäden oder Schilddrüsenfunktionsstörungen vor einer Eigenbehandlung unbedingt ärztliche Rücksprache halten

Anwendung:

  • Innerlich: (Tee, Tinktur, Sirup, Fertigpräparate, Honig)

    • Erkältungen

    • Krampfartige Bronchitis

    • Keuchhusten

    • Asthma

    • Appetitlosigkeit

    • Erschöpfungs- und Schwächezustände

  • Äußerlich: (Spülung, Waschung, Bad, feucht-heiße Wickel und Kompressen, Kräuterkissen)

    • Akute und chronische Erkrankungen der Luftwege – Bäder, Feucht-heiße Wickel und Kompressen

    • Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut – Gurgeln

    • Rheumatische Beschwerden – Einreibung, Wickel und Kompressen 

    • Akne und unreine Haut – Gesichtsdampfbäder

    • Altersjucken – Einreibung

Zubereitung und Dosierung:

Innerlich: Tee (Infus)

1 TL Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-4x täglich 1 Tasse trinken. Als Magentee ungesüßt trinken, bei Husten mit Honig süßen.

Äußerlich: Tee (Infus)

Bad – 100 g Kraut mit 2 l heißem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben

Wickel –  2 TL Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen, abseihen und weitere 250 ml heißes Wasser zugeben, Wicketuch darin tränken

Tagesdosis: 4-6 g Droge

Kommission E:

Symptome der Bronchitis und Keuchhusten, Katarrhe der oberen Luftwege

Bewährte Rezepturen:

            Auswurffördernder Hustentee nach Ursel Bühring

Thymiankraut 25 g, Hohlzahnkraut 25. g, Anisfrüchte 20 g, Bibernellewurzel 15 g, Süßholwurzel 15 g, 1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Morgens, mittags und nachmittags 1 Tasse langsam und schluckweise trinken.

            Erdkammernsirup nach Ursel Bühring

Traditionell nur mit Spitzwegerich, aber auch mit Fichtensprossen, Huflattichblättern und Thymiankraut gemischt möglich: Schichtweise mit frisch gesammelten, grob zerkleinerten Kräutern und Honig abwechselnd ein Glas ganz auffüllen und gut verschließen. Ca. 30-50 cm tief vergraben (gleichmäßige Wärme!) und die Stelle markieren. Nach 3 Monaten ausgraben abgießen und in dunkle kleine Fläschchen abfüllen. Kühl aufbewahrt 1 Jahr haltbar. Einnahme: 10-15-20x täglich je ¼ TL einnehmen.

Mythologie / Geschichte:

Der Name Thymian stammt vom griechischen Wort „thymos“ und bedeutet Mut, Kraft und Stärke. Im Mittelalter wurde Thymian für stärkende Bäder eingesetzt bevor die Ritter in die Schlacht zogen. Die Jungfrau Maria soll die Krippe ihres Kindes mit Thymian ausgepolstert haben. Thymian stärkt auf natürliche Weise die Abwehrkräfte und wird deshalb auch als „Antibiotikum der armen Leute“ bezeichnet.

Botanischer Steckbrief:

Standort: Mittel- und Südeuropa, Nordafrika

Pflanzenbeschreibung: Bis zu 50 cm hoher Strauch, grau- bis dunkelgrünen, spitzen schmalen Blättchen, die am Rand eingerollt und dicht filzig behaart. Kurz gestielte lilarosa Blütchen, in Scheinquirlen angeordnet.

Ernte: Mai bis August

Wildkräuterküche:

Als Gewürz für fettige Speisen und als Thymianwein.

Sonstiges:

Thymian wurde wegen seiner Wirkung auf Lunge und Bronchien zur Heilpflanze des Jahres 2006 gekürt.

 


 

Zitrone - Citum limonium

erstellt von Monika Halter

 

 

Familie:

Rautengewächse (Rutaceae)

Gattungsname:

Den Gattungsnamen Citrus verdanken die Zitronen ihrer Eigenschaft Ungeziefer und natürlich auch Motten durch ihren intensiven Geruch zu vertreiben.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:

Früchte,  Blätter und Blüten

Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Zitronensäure, ätherisches Öl, Pektin, Cumarine, Limonoide, Flavonoide, Mineralstoffe

Wirkung:

Die Zitrone wirkt strukturierend, hemmend auf Entzündungsprozesse, abschwellend, kühlend, wärmelindernd. Die Zitrone gibt uns Formkräfte. Dies wird in der Kosmetikindustrie zur Körperstraffung genutzt. Vorbeugung gegen Cellulite und Bindegewebsschwäche. Durch die reichlich enthaltene ätherische Öle hat sie eine stark wirksame antibakterielle, entzündungshemmende, weckende, belebende Wirkung.

Nebenwirkungen:

Wenn die Zitrone äußerlich in Form einer Auflage angewendet wird kann sie durch ihren Säuregehalt reizend wirken.

Gegenanzeigen:

Unverträglichkeit gegen Zitrone Hautverletzungen (nicht äußerlich anwenden), nässende entzündliche Hautveränderungen

Anwendung:

Äußerlich:

  • entzündlichen Prozessen zur Kühlung bzw. zur Wärmeentlastung

  • Lungenentzündung, Bronchitis - Brustwickel

  • Fieber - Wadenwickel

  • Halsschmerzen - Halswickel mit Zitronenwasser

  • Kopfschmerzen - Zitronenscheiben an die Fußsohlen

Anwendung in der Anthroposophischen Heilkunde:

Hier ist die Zitrone das Heilmittel bei Heuschnupfen. Da bei diesen Patienten alles formlos am fließen ist, bringt sich die Zitrone mit ihrer zentrifugierenden, formkraftgebenden, zusammenziehenden zum Mittelpunkt führenden Kraft in den Heilungsprozess mit ein.

Anwendung Sonstiges:

Meist wird die Zitrone zu  kulinarischen Genüssen eingesetzt. Verbreitung findet sie als Geschmacks -und Geruchskorrigens in vielen Lebensmitteln, zugleich aber auch zahlreichen Reinigungsmitteln.  In der Kosmetikindustrie findet die Zitronensäure ihren Platz in der modernen Faltenbekämpfung.

Die hauptsächliche Verwendung der Früchte dient zu Nahrungszwecken. Die Früchte werden als Obst roh gegessen oder zu Saft verarbeitet. Das ätherische Öl wird zum Würzen und als Duftmittel interessant I  

Zubereitung und Dosierung:

Brustwickel: 1 Zitrone auf ½ Liter Wasser. Immer unbehandelte Zitronen verwenden (Allergierisiko steigt)

Wadenwickel: 1 Zitrone auf ¾ Liter Wasser. Zitrone für äußere Anwendungen immer unter Wasser schneiden da die ätherischen Öle flüchtig sind .

Botanik:

Heimat : Ost – und Südostasien, Persien Himalaja

Bei der Zitrone  handelt es sich um immergrüne Bäume oder Sträucher. Im Vergleich zu den anderen Zitruspflanzen wächst sie schnell. Die jungen Triebe sind besetzt mit kleinen dünnen Dornen. Die Blüten sind weiß, die rundlichen Früchte färben sich zur Reife grün- gelb. Die Laubblätter sind länglich-oval bis lanzettenförmig zugespitzt. Am Rand leicht gekerbt.

Sonstiges:

Der Name Zitrus geht auf das lat. Wort citrus zurück. Allerdings werden mit diesem Begriff unterschiedliche Pflanzen bezeichnet. Zum einen ein aromatisch duftendes Holz, dem Zedernholz , zum anderen die Zitronatzitrone. Der Name ist also von dem griechischen Wort kretros für Zeder auf die Zitronatzitrone übertragen worden. Die Gemeinsamkeit beschränkt sich aber auf den Gebrauch beider Pflanzenarten als  Duftstofflieferant  und Mottenmittel. Erst Ende des 14.Jhrd erfolgte die Übertragung des Wortes auf eine andere wichtiger werdende Pflanze der Zitrone.  (Citrus x limon). Carl von Linne verwendete die Bezeichnung dann für die ganze Gattung (1753). Symbolik Je nach Verbreitungsgebiet werden den  verschiedenen Zitrusfrüchte verschiedene Bedeutungen zugeschrieben. In China ist die Zitrone als Buddhas Hand bekannt, da die Segmente nur an einer Seite zusammengewachsen sind und sich an der anderen Seite fingerförmig ausbreiten. Sie wird als Geste des Greifens, für Reichtum und für Bestechlichkeit. Die große Anzahl der Samen steht für Fruchtbarkeit und Reichtum.

 

 

 

 

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